Wie alles begann

Die offizielle Gründung des Quartetts erfolgte 1979 durch die drei Burri – Brüder Heinz, Ueli und Hans Ruedi zusammen mit Urs Nydegger. Ihre Musik fand schnell eine grosse Zuhörerschaft, da das Quartett schon nach kurzer Zeit einige Eigenkompositionen im typischen Bernerstil präsentieren konnte und bald darauf hin schon ihr erster Tonträger erschien. Es war natürlich auch die richtige Zeit für Schwyzerörgeli-Musig, denn zu derzeit liessen sich die bestehenden Schwyzerörgeli-Formationen an einer Hand abzählen, da es ja nur wenige Formationen gab wie das Schwyzerörgeli Quartett Stockhorn, Schmid Buebe, Kappeler-Gasser, u.s.w, um einige zu nennen.

Ihren ersten Erfolg und sicher einer der bedeutesten Momente für die musikalische Zukunft des Quartetts war die Aufnahme Ihrer 1. LP/MC mit Urs Nydegger.

Zur selben Zeit suchten die Ländlerbuebe Biel einen Ersatzmann für Paul Thalmann, der sich aus zeitlichen und persönlichen Gründen zum Austritt entschied. Dieser Ersatz fand sich mit Daniel Kissling, damals gerade 15 jährig. Er spielte vorher in verschiedenen Adhoc-Formationen mit. Für Ihn waren die Ländlerbuebe der definitive Schritt, sich künftig der Berner-Musig zu verschreiben, da er vorher hauptsächlich im Bündner-Stil mit Klarinetten zusammen musizierte.

Man sah sich, könnte man sagen. Gemeint sind natürlich die vereinzelten Auftritte an Ländlertreffen, wo sowohl die Längenberger wie auch die Ländlerbuebe anwesend waren und sich gegenseitig kennenlernten. Für Daniel Kissling waren die beiden Jahre mit den Ländlerbuebe ein wichtiger Abschnitt im Bezug auf die musikalische Ausrichtung. Damals spielten die Ländlerbuebe noch traditionelle Schwyzerörgeli-Musig, wie es die beiden ersten Langspielplatten mit Paul Thalmann und Daniel Kissling belegen. Dany erkannte schnell, dass ihm die Quartettmusik liegt, doch lernte er auch Facetten kennen, die Ihm zum Entschluss verhalfen, nach zwei Jahren Ländlerbuebe Biel den Austritt zu geben.

Eine ähnliche Entwicklung fand zur selben Zeit bei den Längenbergern statt. Zunehmende Spannungen im Bezug auf die musikalische Zukunft sowie persönliche Unstimmigkeiten hatten den Austritt von Urs Nydegger zur Folge.

Es muss wohl als Vorsehung betrachtet werden, dass sich Dany 1982 mit den drei Burri-Brüdern zum Quartett Längenberg neu formatierten. Die Kompositionen von Ueli, Hansruedi und Dany, wie auch ihre Art, Stücke zu arrangieren, verhalfen dem Quartett zu einem einzigartigen „Längenberger-Sound“, welcher dem Quartett Bekanntheit über die Landesgrenzen hinaus verschaffte.

Es folgten die Aufnahmen ihrer 2. LP/MC 1983 sowie der 3. LP/MC "Örgelifreud" 1985. Eine weitere 4. LP/MC "Ume Längebärg" wurde bereits 1986 eingespielt. Der Erfolg zeigte sich auch in der Anzahl Auftritten. So bestritt das Quartett im Jahre 1986  insgesamt 87 Auftritte.

1989 feierte das Quartett sein 10 jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde die 5. CD/MC "10 Jahre S.Q.Längenberg" herausgebracht. Eine weitere 6. CD/MC "Gränzelos" folgte drei Jahre später 1992.

Das Quartett harmonierte über einen längeren Zeitpunkt tadellos, trotzdem die Musik ein grosser Teil ihrer Freizeit mit einvernahm. Und trotzdem kam es nach und nach zu Unstimmigkeiten mit Heinz Burri, dem damaligen Kontrabassisten. Da sich diese nicht aus dem Weg schaffen liessen, entschied sich das Quartett 1993, nach einem neuen Bassisten umzuschauen. Zu diesem Zeitpunkt war unklar, wie sich das Quartett künftig in der Schwyzerörgeli-Szene behaupten konnte, da Heinz ein hervorragender Spieler war und noch heute, als einer der besten Bassisten seiner Zeit, bezeichnet werden darf.

Das Glück war auf unserer Seite. Benz Hefti, der damalige Kontrabassist des Schwyzerörgeli-Quartetts Bergmoos, half uns regelmässig aus, wenn Not am Manne war. Er vermochte mit seinem Bassspiel, souverän in die Fusstapfen von Heinz Burri zu treten, was letzten Endes zum Entscheid führte, Benz  als neuen Bassisten der Längenberger anzuheuern.

Die Aufnahmen der 7. Tonaufnahme CD/MC "Zäme si" erfolgte 1994 zum ersten Mal mit Benz Hefti am Bass.

Es machte sich bereits anfangs 90er Jahre eine musikalische Kehrtwende im Schwyzerörgeli-Sektor bemerkbar. Die österreichische Volksmusik nahm mehr und mehr Einfluss auf die Schweizer Volksmusik-Szene und es kehrte zunehmend Ernüchterung und Resignation bei den Längenbergern ein. Waren einst die Eigenkompositionen das Quartetts gefragt , wollte man nun immer öfters die österreichische Hitparade wie „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ etc. vorgetragen bekommen. Es spielte keine Rolle mehr, wie die Musik interpretiert wurde. Viel wichtiger war es geworden, die Zuhörer möglichst schnell auf den Tischen zu haben und Oktoberfest-Stimmung zu vermitteln. Dazu war der Musikstil der Längenberger nicht geeignet. Sie wollten ihrem Stil treu bleiben, mit dem Risiko, zunehmend weniger Engagements zu erhalten. So folgte daraus 1997 der Entschluss einer Denkpause auf unbestimmte Zeit.

Zwischen 1997 und 2000 bestritt das Quartett nur noch vereinzelte Auftritte. Dazu kam der Ausstieg von Hans Ruedi, der das Schwyzerörgeli aus beruflichen Gründen niederlegte. Es folgte eine Zeit des Suchens. Es gab den einen oder anderen Schwyzerörgeli-Spieler, der in Frage kam. Der Eine passte nicht, der Andere wollte nicht. Dieser Zustand wurde zunehmend zermürbend für das Quartett. Die Längenberger waren durch die ewige Suche nach einem neuen Örgeli-Spieler müde geworden und überhaupt versetzte die Veränderung des Musiktrendes das Quartett in ein Dilemma, aus welchem es sich nicht retten konnte.

Um diese Situation zum Ausdruck zu bringen, spiele das Quartett 1997 die 8. CD/MC mit dem Titel "Denkpause" ein und zog sich auch etwas aus der Öffentlichkeit zurück.

Das definitive Ende des Schwyzerörgeli-Quartetts Längenberg kam aber durch den unerwarteten Hinschied von Hans - Rudolf Burri im Jahre 2000. Es fehlte nun gänzlich an  Motivation und man sehnte sich zunehmend nach gemütlichen Wochenenden im Kreise der Familien.  Zwischen 2000 und 2003 herrschte definitiv Ruhe im Quartett. Danach begann jeder seine eigenen musikalischen Ziele in Angriff zu nehmen. Benz Hefti und Daniel Kissling realisierten zwischen 2005 und 2007 zwei weitere Tonträger "Im Längenberger Stil" und "S'Läbe isch schön" im Playback-Verfahren, welche den unvergessliche Längenberger Sound wieder in Erinnerung riefen. In dieser Zeit gab es gelegentlich auch das eine oder andere Live-Konzert mit verschiedenen Musikern, wo auch Ueli Burri gelegentlich mit von der Partie war. An ein eigentliches Revival des Quartetts dachte zu diesem Zeitpunkt jedoch keiner.

 

Das Revival

Im Juni 2013 haben sich die Mitglieder Benz Hefti, Dany Kissling und Ueli Burri mit Bruno Marti, ein ehemaliges Mitglied des SQ Aarelouf, als Vierter im Bunde, an einen Tisch gesetzt und beschlossen, ein SQ Längenberg Revival zu starten.

Und dieses ist nun am rollen!!